PRESSEMITTEILUNG

Mit dem Museum of West African Art (MOWAA) entsteht in Benin City, Nigeria, ein Ort, der die kulturelle Landschaft Westafrikas neu definiert. Die unabhängige Non-Profit-Institution ist ein lebendiges Zentrum für Forschung, Kunst und Archäologie – ein Ort des Lernens, des Austauschs und der kulturellen Selbstbestimmung. In einer Region, in der Archäologie bisher kaum institutionell verankert ist, setzt das MOWAA seit 2020 ein starkes Zeichen: Westafrika erforscht, bewahrt und erzählt seine Geschichte selbst – ein Beispiel für Wandel durch Wissen und Kreativität.

ATELIER BRÜCKNER hat die öffentlich zugängliche Ausstellungsgalerie des MOWAA Institute gestaltet; die Architektur stammt von Adjaye Associates.

Das MOWAA bildet das Herz eines wachsenden Creative Districts. Das erste Gebäude des Campus, das MOWAA Institute, wurde als Labor für Forschung, Konservierung und Innovation eröffnet. In den Werkstätten, Depots, Büros, Bibliothek, Seminarräumen und dem Auditorium arbeiten Archäologinnen, Wissenschaftler und Künstlerinnen Seite an Seite. Dieses interdisziplinäre Netzwerk teilt Wissen und eröffnet neue Perspektiven auf die kulturelle Identität Westafrikas.

Der von ATELIER BRÜCKNER gestaltete Ausstellungsraum „Living Archive“ ist das sichtbare Schaufenster dieser Arbeit. Er verbindet Forschung und Öffentlichkeit, fördert Transparenz und Dialog – Prinzipien, die sich auch im Design widerspiegeln. Besucherinnen und Besucher erleben, wie Geschichte entsteht, wie Wissen geteilt und Kultur lebendig vermittelt wird – eine szenografische Erzählung, die Lernen zum Erlebnis macht.

Die Ausstellung zeigt Objekte aus der ersten historischen Sammlung des MOWAA: Highlights, Neuerwerbungen und Konservierungsprojekte. Im Zentrum steht die Interaktion mit dem sichtbaren Depot: Eine Glaswand trennt Galerie und Archiv, erlaubt aber Einblicke in beide Richtungen. Dahinter zeigen Regale Originalobjekte aus Holz, Ton und Bronze – ein transparenter Blick hinter die Kulissen musealer Arbeit. Touchscreens bieten Zugang zu Detailinformationen und 3D-Scans der Exponate. Eine weitere digitale Station lädt Besucherinnen und Besucher ein, selbst Archäologin oder Archäologe zu werden – spielerisch zu graben, Funde freizulegen und archäologische Stätten in ganz Westafrika zu erkunden.

Das Ausstellungskonzept fügt sich nahtlos in die Architektur ein. Naturstein und bronzefarbene Oberflächen schaffen eine authentische, sinnliche Atmosphäre, inspiriert von regionalen Materialien und Ästhetik. Durch das Sheddach fällt indirektes Tageslicht, das den Raum im Wechsel des Lichts lebendig macht. Der bewusste Einsatz natürlicher Beleuchtung senkt den Energieverbrauch und trägt – zusammen mit der Verwendung lokaler Materialien – zur ökologischen Nachhaltigkeit des Gebäudes bei.

Das MOWAA steht für Selbstermächtigung durch Wissen, Kultur und Kreativität. Es zeigt, dass Museen nicht nur Orte der Bewahrung sind, sondern auch Orte der Veränderung – Räume für Lernen, Identität und Dialog. Ein Treffpunkt zwischen zeitgenössischer Kunst und kulturellem Erbe, an dem die Vergangenheit nicht endet, sondern fortgeschrieben wird – als Einladung, eigene Geschichten weiterzuerzählen.

 

Daten

Fläche MOWAA Institute: 4.500 qm
Ausstellungsgalerie: 650 qm
Planungszeitraum: 2023 – 2025


Auftraggeber: MOWAA, Benin City, Nigeria
ATELIER BRÜCKNER: Generalplanung, Ausstellungsgestaltung, Szenografie,
Grafikdesign
Lichtplanung mit: Belzner Holmes Light-Design, 
Medien-Hardware Planung mit: medienprojekt p2
Softwareproduktion & Hardwareinstallation: Pong
Ausstellungs- und Schaufensterbau & Grafikproduktion: Goppion
Architektur: Adjaye Associates mit MOE+